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Philosophie
– Denken
ist die Treue gegenüber dem immer wieder neu Entstehenden.
Die Zukunft des Menschen ist nichts Fernes, sondern wird jetzt
im gegenwärtigen Augenblick auf entscheidende Weise definiert.
So ist es an der Zeit, die auf die Zukunft
wirkende Ursache (Causa
finalis) ins Blickfeld zu rücken auf einem evolutionären
Weg hin zu einem Weltbild, das von synchronistischem Wahrnehmen
und Denken geprägt ist. Die „Futuribles“ verstanden
als Vielfalt möglicher Zukünfte sind zwar nicht voraussagbar,
sehr wohl aber mitgestaltbar.
Das menschliche Gehirn ist eine modellierbare Skulptur und entwickelt
sich in Anpassung an seine kulturelle Umgebung. Das heißt
in Konsequenz, dass unsere Gesellschaft genau dazu werden wird,
was wir gegenwärtig bei den jungen Generationen auslösen
oder ermöglichen. So entwickelt sich unsere Welt entsprechend
dahin, wie wir die Rahmenbedingungen für unsere nachfolgenden
Generationen gestalten.
Erwachsene aber haben den Modellimperativ ihrer Umwelt mit all
seinen Fokussierungen und damit Limitierungen verinnerlicht und
geben diesen transgenerational weiter. Kinder modellieren das,
was ihnen erfahrbar gemacht wird. So wird das Kind nicht aufgrund
eines angeborenen Mangels beschränkt,
sondern aufgrund eines äußeren Mangels an Modellen.
Der Zustand der Erwachsenen ist die dominante Kraft, die die Entwicklung
des Kindes prägt.
Zum einen bedeutet dies, dass sich die Aufmerksamkeit von der Entwicklung
der Kinder auf die Entwicklung der Erwachsenen verschiebt. Zum
anderen heißt das, dass die Menschheit ist in ihrer derzeitigen
Kultur-Form lokal als auch global an einem Punkt angekommen, in
dem die Weitergabe eines kulturellen Fonds und der damit korrespondierenden
Gehirn- und Geistentwicklung nicht mehr ausreicht, damit zukünftige
Generationen Probleme lösen können, die lange vor ihrer
Zeit initiiert worden sind.
Die kulturelle Konditionierung kann
transzendiert werden und eine Ebene von kreativer Intelligenz und
Achtsamkeit erreichen, die jenseits gegenwärtiger Vorstellungen
liegt.
Es braucht eine neue Konstellation von Rationalität, die Relationen
zwischen Konkreten und Abstrakten, zwischen Beweisbaren und Unbeweisbaren,
zwischen Geist und Materie, zwischen Vergangenem und noch Kommendem
ermöglicht.
Die Ideen des ÄstEthik-Ateliers sind entworfen, um diese neue
Form der kreativen Intelligenz in ihrem Ausdruck zu unterstützen
und damit einen Beitrag zu leisten, die gegenwärtige Kultur
zu transformieren und zu transzendieren. |
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